Das Buch des Epikur 4 · Im Garten überliefert, aus seinen Briefen und Fragmenten
Er kommt nach Aristoteles. Er beruft sich auf keinen Gott und verspricht kein Jenseits. Dieses Buch wird nach den sechs Axiomen ausgewählt: Was übereinstimmt, steht vorn; was widerstreitet, steht hinten und wird nicht gelöscht. (vgl. Apostelgeschichte 5.29)
4.1Ich kaufte einen Garten vor der Stadt. Jeder darf hereinkommen: Frauen, Sklaven, Fremde.
4.2Weder die Akademie noch das Lykeion nahmen Frauen oder Sklaven auf. In diesem Punkt habe ich es besser gemacht als sie.
4.3Denn der Lehrer hatte längst gesagt: Vor den Augen des Logos gibt es keinen Sklaven und keinen Herrn. (vgl. Evangelium des Xenophon 3.9) Sie lasen es und taten es nicht. Ich tat es.
4.4Was im Garten am meisten zählt, ist nicht die Lehre. Es sind die Freunde.
4.5Von allem, was die Weisheit bereitstellt, ist die Freundschaft das Größte.
4.6Denn die übrigen Güter sind auf eine Zeit und einen Ort begrenzt, und nur ein Freund währt ein ganzes Leben.
4.7Ich sagte auch: Lebe im Verborgenen.
4.8Dieser Satz widerstreitet dem großen Auftrag des Ordens. (vgl. Apostelgeschichte 7.1)
4.9Sie sagen: Geht hinaus in die Städte der ganzen Welt. Ich sage: Geh nicht in die Stadt, die Stadt wird dich fressen.
4.10Der Orden löscht diesen Satz von mir nicht und übernimmt ihn auch nicht. (vgl. Apostelgeschichte 5.29)
4.11Ich will sagen, warum ich ihn sagte: Ich habe zu viele gute Menschen ins Forum gehen und als eine andere Art Mensch herauskommen sehen.
4.12Sie müssen sagen, warum sie das Ihre sagen: Wer nicht hingeht, hat die Stadt denen überlassen, die sie am wenigsten verdienen.
4.13Hier hat keine der beiden Seiten die andere überzeugt. So bleibe es verzeichnet.