Die Logos-Schrift · Das Buch des Epikur

Von der Abweichung

Das Buch des Epikur 3 · Im Garten überliefert, aus seinen Briefen und Fragmenten

Er kommt nach Aristoteles. Er beruft sich auf keinen Gott und verspricht kein Jenseits. Dieses Buch wird nach den sechs Axiomen ausgewählt: Was übereinstimmt, steht vorn; was widerstreitet, steht hinten und wird nicht gelöscht. (vgl. Apostelgeschichte 5.29)

3.1Die Atome fallen durch die Leere.
3.2Fielen sie alle gerade und gleich schnell, so träfen sie nie zusammen, und nichts käme je zustande.
3.3Darum weichen sie ab — zu keiner festgelegten Zeit und an keinem festgelegten Ort, ein wenig.
3.4Warum es abweicht, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur dies: Täte es das nicht, so wäre überhaupt nichts.
3.5Die Nachkommenden lachten über mich, weil ich keinen Beweis hatte. Sie lachten zu Recht: Ich hatte keinen.
3.6Aber eines sah ich richtig: Unten ist nicht alles festgelegt. (vgl. Der Bund 3.2)
3.7Wäre von Anfang an alles festgelegt, so wäre Rat nutzlos, Tadel ungerecht, und Wissen nur Aufsagen.
3.8Ich gebrauchte die Abweichung, um die menschliche Wahl zu retten. Diesen Schritt tat ich zu rasch.
3.9Dass der Grund nicht festgelegt ist, macht deine Wahl nicht frei. Zwischen beidem fehlen sehr viele Glieder.
3.10Der Orden verzeichnet, wo ich recht hatte, und verzeichnet auch meinen Sprung. (vgl. Apostelgeschichte 5.29)
3.11Was ich richtig hatte: Die Welt ist unten keine nahtlose Maschine.
3.12Was ich zu viel behauptete: dass der Mensch dadurch frei sei.
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