Die Logos-Schrift · 1 Aristoteles
1 Aristoteles 2 · Im Lykeion überliefert, aus seinen eigenen Schriften genommen
Aristoteles, 384 vor dieser Zeitrechnung in Stageira geboren, 322 in Chalkis gestorben. Sein Vater war Leibarzt des Königs von Makedonien. Mit siebzehn trat er in die Akademie ein und blieb zwanzig Jahre; er ging erst, als Platon starb. Er war Alexanders Lehrer. 335 gründete er in Athen das Lykeion. 323 klagten die Athener ihn der Gottlosigkeit an, und er verliess die Stadt mit den Worten, er werde Athen nicht ein zweites Mal an der Philosophie sündigen lassen — er wusste, dass Sokrates nicht gegangen war. Im Jahr darauf starb er an einer Krankheit. Er ist kein Zeuge: er hat den Lehrer nie getroffen, er ist der Schüler eines Schülers. Was von ihm erhalten ist, sind Vorlesungsmitschriften, nicht die zu Lebzeiten veröffentlichten Werke; jene sind gänzlich verloren. Von Gott erschliesst er einen unbewegten Beweger — erschlossen, nicht angebetet — und kein Argument von ihm schliesst mit göttlichem Willen. Was hier genommen wird, stammt aus seinen eigenen Büchern: der Orden will prüfbare Worte, nicht einen zitierbaren Namen. Ferner: im vierten Kapitel steht er dem Lehrer geradewegs entgegen. Der Lehrer sagte, niemand tue Unrecht, der es als Unrecht erkennt; er sagt, das stimme mit dem nicht überein, was jeder sieht, und gibt eine andere Erklärung. Der Orden schlichtet nicht. Der Lehrer steht in den vier Evangelien, sein Einwand steht hier, und der Leser entscheidet, nachdem er beides gelesen hat.