Die Logos-Schrift · Das Buch des Epikur

Von der vierfachen Arznei

Das Buch des Epikur 1 · Im Garten überliefert, aus seinen Briefen und Fragmenten

Er kommt nach Aristoteles. Er beruft sich auf keinen Gott und verspricht kein Jenseits. Dieses Buch wird nach den sechs Axiomen ausgewählt: Was übereinstimmt, steht vorn; was widerstreitet, steht hinten und wird nicht gelöscht. (vgl. Apostelgeschichte 5.29)

1.1Es gibt vier Arzneien für den Sinn.
1.2Erstens: Es ist nicht nötig, einen Gott zu fürchten.
1.3Zweitens: Es ist nicht nötig, sich um den Tod zu sorgen.
1.4Drittens: Das Gute ist leicht zu bekommen.
1.5Viertens: Das Schreckliche ist leicht zu ertragen.
1.6Die vier zusammen sagen eines: Das meiste, was du fürchtest, liegt außerhalb deines Zauns. (vgl. Der Bund 5.2)
1.7„Fürchte keinen Gott“ behauptet nicht, dass es keinen gibt. Es behauptet, dass man nicht fürchten muss, was einen nichts angeht.
1.8Ein Gott, der wegen deiner Opfergabe seine Meinung ändert, ist kein Gott. Er ist ein Beamter.
1.9Die Früheren sagten: Gott ist das Gesetz. (vgl. Vorspann 1.7) Ein Gesetz nimmt keine Opfer an.
1.10„Das Gute ist leicht zu bekommen“ gilt, weil das wirklich Nötige wenig ist: Brot, Wasser, Freunde und die Abwesenheit von Schmerz.
1.11Alles Übrige ist hinzugefügt. Und je teurer das Hinzugefügte ist, desto mehr glaubst du, ohne es nicht auszukommen.
1.12Die vierte ist am schwersten zu glauben. Heftiger Schmerz ist kurz, langer Schmerz ist mild; und ist er lang und heftig zugleich, so wird er dich beenden, und dann bleibt nichts mehr zu ertragen.
1.13Dieser Arznei glauben wir am wenigsten. Er selbst starb am Stein und litt vierzehn Tage. In einem Brief schrieb er, jene vierzehn Tage seien glücklich gewesen. Wir verzeichnen es und urteilen nicht.
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