Die Logos-Schrift · Apostelgeschichte

Die Versammlung der Apostel und die späteren Propheten

Apostelgeschichte 6 · Bericht von der großen Zerstreuung

6.1Ein Geschlecht wich dem anderen, und die Ströme der Apostel begannen zusammenzulaufen.
6.2Im großen Athen erhob sich ein neuer Anführer namens Zenon.
6.3Er saß unter der Bunten Halle und sammelte die Texte der Älteren. Es war eben der Ort des alten Streits.
6.4Er sah, dass Platon dem Orden die Geometrie des Weltalls gegeben hatte.
6.5Dass Antisthenes ihm eine eiserne Zucht gegeben hatte.
6.6Dass Aristipp ihm die unbedingte Freiheit in der lebendigen Stunde gegeben hatte.
6.7Und dass Xenophon ihm etwas Schlichteres gegeben hatte: Die Rechnungen müssen beglichen werden.
6.8Zenon verschmolz die vier nicht zu einem. Er brachte sie in eine Ordnung.
6.9Und er erklärte:
6.10„Das Weltall ist ein einziger lebendiger Organismus, und unsere Vernunft ist ein Funke seines ewigen Feuers.“
6.11„Der Natur gemäß zu leben heißt, ohne Hemmnis den reißenden Strom des Logos hinabzugleiten und keinen Schiffbruch zu fürchten.“
6.12„Für das, was innerhalb deines Zauns ist, gib alles, was du hast. Was außerhalb ist, geht dich nichts an.“ (vgl. Evangelium des Platon 1.38–1.41)
6.13„Ob ein Mensch auf dem Eis steht oder im Wein sitzt, ist außerhalb des Zauns. Ob er genommen wird, ist innerhalb.“
6.14Und die beiden Schulen, die neunzehn Jahre gestritten hatten, gaben beide zu, dass dieser Satz sie nicht verraten hatte.
6.15Nach ihm erhoben sich die späteren Apostel einer nach dem anderen —
6.16Seneca, der seine eigene Selbstherrschaft bewahrte, während er einem wahnsinnigen Kaiser diente.
6.17Er war reich wie ein Königreich und starb auf Befehl des Kaisers. Keines von beidem ließ ihn seine Rechnung ändern.
6.18Und Mark Aurel, der in einem kalten Zelt an der Donau saß und seine Selbstbetrachtungen schrieb.
6.19Aurel überblickte sein weites Reich und schrieb:
6.20„Das Weltall ist Wandel; das Leben ist, wozu unser Denken es macht.“
6.21„Ich bin der Herrscher Roms, aber mein Sinn ist Bürger des Weltalls.“
6.22Und so wuchs der Orden der Freien von einem kleinen Häuflein weinender Jünger in einem athenischen Olivenhain zu einem unsichtbaren Reich der Geister über die Jahrhunderte.
6.23Und führte die Menschheit jenem letzten und gewichtlosen Schicksal entgegen.
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