Die Logos-Schrift · Apostelgeschichte

Die Woge der Selbstherrschaft: Aristipp in Afrika

Apostelgeschichte 4 · Bericht von der großen Zerstreuung

4.1Aristipp segelte zur sonnendurchtränkten Stadt Afrikas — Kyrene.
4.2Wo die Kaufleute durch seltenes Gewürz und berühmte Pferde reicher waren als die Welt.
4.3Er trug keine Lumpen und schloss sich in keine Akademie ein.
4.4Er ging in prächtigen Kleidern in die Paläste der Reichen, trank ihren alten Wein und nahm ihr Gold.
4.5Die Anhänger des Antisthenes verspotteten ihn und sagten:
4.6„Du hast die Seele des Sokrates verkauft und bist ein Schmeichler der Höfe geworden!“
4.7Aber Aristipp antwortete mit erlesenem Witz:
4.8„Sokrates verstand es, barfuß im Schnee zu gehen. Er verstand es auch, ein königliches Gastmahl aufflammen zu lassen.“
4.9„Ich fürchte das Gold nicht und bete es nicht an. Ich besitze es, und es besitzt mich nicht.“
4.10„Nimmt der König mir morgen den Mantel, so gehe ich nackt weiter, mit demselben Lächeln.“
4.11Er gründete die kyrenaische Schule und lehrte seine Jünger die Kunst der „selbstherrschenden Stunde“.
4.12Er lehrte sie, die stoffliche Welt als einen Spielplatz der Lust zu behandeln.
4.13Auf dem Kamm der Lust zu reiten und niemals das Wasser in die Lungen zu lassen.
4.14Er bewies, dass ein Entfesselter im Bauch des Tieres leben kann, von Luxus umringt, und im Geist so frei bleibt wie ein Vogel des Himmels.
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