Die Logos-Schrift · Apostelgeschichte

Der harte Weg des Antisthenes im Staub

Apostelgeschichte 3 · Bericht von der großen Zerstreuung

3.1Unterdessen blieb Antisthenes im ärmsten Viertel Athens.
3.2Und schlug sein Lager dort auf, wo Fremde und Landstreicher sich sammelten.
3.3Er trug einen einzigen dünnen, zerlumpten Mantel.
3.4So sehr, dass Sokrates ihn einst neckte: „Antisthenes, ich sehe deine Eitelkeit durch die Löcher deiner Kleider.“
3.5Er behielt diesen Satz sein Leben lang, und er wechselte die Kleider auch nicht.
3.6Doch Antisthenes machte seine Armut zu einer Klinge gegen den Stolz der Welt.
3.7Ein reicher junger Mann kam und suchte Weisheit, gekleidet in teuren Purpur.
3.8Antisthenes führte ihn auf den belebtesten Markt und ließ ihn eine schwere Schüssel Linsensuppe durch eine Menge von Vornehmen tragen.
3.9Und sah zu, wie sein Gesicht vor Scham rot wurde.
3.10Dann zerschlug Antisthenes die Schüssel, ließ die Suppe in den Schlamm laufen und wies ihn zurecht:
3.11„Sieh dich an! Du bist der Sklave der schlechten Meinung einer blinden Menge!“
3.12„Deine Scham ist eine Kette, die dich im Morast festbindet.“
3.13Er lehrte seine Anhänger, wie die Hunde der Straße zu leben — wachsam, ohne Zierat.
3.14Und ganz ungerührt von menschlichem Luxus wie von menschlicher Beleidigung.
3.15Er legte den Grundstein des kynischen Weges.
3.16Und bewies der Welt, dass eine Seele, die jedes weltlichen Trostes entkleidet ist, eine Festung ist, die kein Reich nehmen kann.
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