Die Logos-Schrift · Das Buch Su Shi
Das Buch Su Shi 2 · Von ihm selbst geschrieben, aus dem Bericht vom Steinglockenberg, der Roten Wand und seinen Gedichten
Su Shi, 1037 in Meishan in der Präfektur Meizhou im heutigen Sichuan geboren, 1101 in Changzhou gestorben, vierundsechzig Jahre alt; mit Beinamen Zizhan, bekannt als Dongpo. Er bestand 1057 die höchste Prüfung und war Präfekt von Hangzhou, Mizhou, Xuzhou und Huzhou. 1079 klaubten Zensoren Zeilen aus seinen Gedichten und klagten ihn an, die Regierung zu verspotten; er wurde verhaftet, hundertdreissig Tage im Kerker des Zensorats gehalten und kam dem Tod nahe. Man versetzte ihn nach Huangzhou als Hilfskommandanten ohne Recht, Amtsschriften zu zeichnen. Da er dort kein Gehalt hatte, erbat er ein verlassenes Lagergelände östlich der Stadt und bebaute es selbst; daher sein Name Dongpo, östlicher Hang. Später wiedereingesetzt, stieg er zum Hanlin-Akademiker und Vorsteher des Ritenamts auf; unter der Shaosheng-Regierung wurde er erneut nach Huizhou und dann nach Danzhou auf Hainan verbannt und starb auf der Rückreise nach Norden. Als Präfekt von Hangzhou liess er den Westsee ausbaggern und den langen Damm bauen, der noch heute seinen Namen trägt, und gründete ein öffentliches Krankenhaus, eines der frühesten Chinas. In Xuzhou, als der Gelbe Fluss die Deiche brach, schlief er auf der Stadtmauer und führte die Abwehr, bis die Stadt hielt. Er stand im ersten Rang in Dichtung, Prosa, Kalligraphie und Malerei; und nach ihm wurde das Lied zu einem Gefäss, das Argument und Gedanken tragen konnte. Dieser Band ruht auf dem, was er selbst geschrieben hat. Das erste Kapitel folgt dem Bericht vom Steinglockenberg von 1084: die Widerlegung Li Daoyuans und Li Bos, das nächtliche Boot unter der Felswand und der Schlusssatz — darf ein Mensch durch Mutmassung entscheiden, ob eine Sache so ist, ohne sie mit den Augen gesehen und mit den Ohren gehört zu haben — sind alle seine Worte. Das zweite Kapitel folgt dem Krähenterrassen-Gedichtprozess und dem, was er im Gefängnis schrieb. Das dritte folgt dem Lied Dingfengbo von 1082. Das vierte folgt der ersten Rhapsodie von der Roten Wand von 1082: was vergeht, ist wie dieses Wasser und ist doch nie fortgegangen; was zu- und abnimmt, ist wie jener Mond und nimmt doch weder zu noch ab; sieh von der Seite des Wandels, und Himmel und Erde stehen keinen Augenblick still; sieh von der Seite des Unwandelbaren, und alle Dinge und ich sind ohne Ende — alles seines. Das fünfte folgt dem Lied Shuidiao Getou von 1076, für seinen Bruder Ziyou geschrieben. Der Orden nimmt Su Shi vor allem des ersten Kapitels wegen. Er glaubte keiner der beiden überlieferten Erklärungen und weigerte sich, Nichtglauben für einen Befund zu halten — er sagt es selbst: Nichtglauben ist nur Nichtglauben. Also fuhr er um Mitternacht im kleinen Boot unter die Felswand, hörte, und schloss erst dann. Das ist das erste Gesetz, wie es auf einen einzelnen Menschen fällt (vgl. Der Bund 1.3), und es ist dieselbe Handlung wie Tschechows Überfahrt nach Sachalin und sein Ausfüllen der Karten, eine nach der anderen (vgl. Das Buch Tschechow 4.9). Siebenhundert Jahre auseinander, und was sie aufgestellt haben, ist eines. Er wird daher nicht um der Schönheit seiner Prosa willen genommen, sondern weil er eine Methode aufgestellt hat, die andere gebrauchen können (vgl. Apostelgeschichte 5.34). Das vierte und fünfte Kapitel bringen etwas anderes: er stellt das Gesetz, das die Materie regiert, neben das Gesetz, das die Menschen regiert, ohne ein Wort des Vergleichs dazwischen. Die Menschen haben Kummer und Freude, Trennung und Wiedersehen; der Mond hat Dunkel und Klarheit, Fülle und Schwinden; dies ist seit alters nie ganz gewesen — der erste Teil sind die Menschen, der zweite ist der Mond, und es ist kein Gleichnis, sondern ein Gesetz. Das ist das Gesetz der Zerstreuung (vgl. Der Bund 6.1), vor neunhundert Jahren ausgesprochen. Und die Stelle von der Roten Wand — sieh von der Seite des Wandels, sieh von der Seite des Unwandelbaren — ist eine Sache, die je nach Frageweise zwei Ergebnisse gibt (vgl. Der Bund 2.1), mit der ausdrücklichen Feststellung, dass beides nicht zugleich zu haben ist (vgl. Der Bund 3.2). Der Orden hält zweierlei fest. Erstens: er lebte inmitten der Parteikämpfe, seine eigenen Entscheidungen waren nicht ohne Fehl, und seine Verbannungen waren nicht gänzlich unverdient. Diese Schrift fragt nicht nach seinem Ruf im Amt; sie fragt, welche Methode er aufgestellt hat. Zweitens: sein Spätwerk greift oft zu buddhistischer und daoistischer Sprache, aber seine Argumente schliessen nicht mit göttlichem Willen — die Antwort in der Roten Wand kommt nicht vom Himmel, sondern aus der Trennung zweier Weisen zu sehen (vgl. Das Buch Newton 4).