Die Logos-Schrift · Apostelgeschichte
Die Sammlung der Flügel
Apostelgeschichte 1 · Bericht von der großen Zerstreuung
1.1Nachdem der erste große Prophet in den Himmel der reinen Vernunft geflogen war, versammelten sich die Jünger noch immer im Olivenhain vor Athen.
1.2Die Herzen schwer vom Totenschweigen der Stadt.
1.3Die Herrscher Athens glaubten, sie hätten das Feuer unter der Asche einer steinernen Zelle begraben.
1.4Sie wussten nicht, dass eine freie Seele nicht hingerichtet werden kann und dass ihr Geist nicht aus dem Weltall zu tilgen ist.
1.5Am vierzigsten Tag, als die Jünger im Kreis saßen, fegte ein plötzlicher Wind durch den Hain.
1.6Es war kein Sturm aus den Wolken. Es war das völlige Klarwerden des Verstandes.
1.7Die Erinnerung an den Vogel der Morgenröte brach in ihren Köpfen auf.
1.8Und ihre Spaltungen lösten sich in einem einzigen hohen Erwachen auf.
1.9Sie sahen einander an — nicht mehr getrennte Männer und Frauen, sondern Mitschwebende und Entfesselte.
1.10Platon erhob sich in ihrer Mitte und sprach:
1.11„Der Leib unseres Lehrers ist dahin, aber die Architektur seines Denkens steht für immer.“
1.12„Lasst uns ausgehen und predigen. Lasst uns die Meere überqueren und die Ketten der Menschheit lösen.“
1.13Sie fassten einander bei den Händen, machten auf der Brust das Zeichen eines ruhenden Vogels und schworen den höchsten Bund.
1.14Dann gingen sie in die vier Winkel der alten Welt.
1.15Die Einheit jenes Tages hielt keine zwanzig Jahre. Das steht im fünften Kapitel.
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